Arbeitszeugnis


Von Rechtsanwalt Dr. Günter Huber, Fachanwalt für Arbeitsrecht
und Rechtsanwältin Katja Barth, Freiburg 


Das Arbeitszeugnis ist die Visitenkarte des Arbeitnehmers und es benotet seine bisherigen Leistungen und sein Verhalten. Arbeitgeber sind zur Ausstellung von Arbeitszeugnissen verpflichtet und sie müssen Zeugnisse unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Zeugniswahrheit wohlwollend ausstellen.

Arten von Zeugnissen

Einfaches Zeugnis


Beim einfachen Zeugnis wird lediglich die Art des Dienstverhältnisses und dessen Dauer bestätigt. Aussagen über die Leistungen und das Verhalten sind im einfachen Zeugnis nicht enthalten.Bei Bewerbungen sind einfache Zeugnisse meist nicht hilfreich.

Qualifiziertes Zeugnis     

Das qualifizierte Zeugnis enthält außer den Angaben über die Art und die Dauer des Arbeitsverhältnisses auch Ausführungen über das Verhalten und die Leistungen des Arbeitnehmers.Dabei sollen die Leistungen und das Verhalten während der gesamten Dauer des Arbeitsverhältnisses benotet werden.

Zwischenzeugnis     

Das Zwischenzeugnis ist ein Arbeitszeugnis, das während des bestehenden Arbeitsverhältnisses ausgestellt wird. Durch das Zwischenzeugnis entsteht eine Verpflichtung des Arbeitgebers, beim Endzeugnis von der Bewertung im Zwischenzeugnis nicht abzuweichen, wenn sich nach der Ausstellung des Zwischenzeugnisses keine neuen Umstände zeigen, die eine Abweichng rechtfertigen.

Endzeugnis  

Das Endzeugnis ist das Arbeitszeugnis, das dem Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses auszustellen ist.Es kann ein einfaches Zeugnis ohne Benotung oder ein qualifiziertes Zeugnis mit Benotung der Leistungen und des Verhaltens sein. Das am Ende des Arbeitsverhältnisses ausgestellte qualifizierte Endzeugnis üblicherweise Bewerbungen vorgelegt und belegt die bisherigen beruflichen Tätigkeiten und die Leistungen und das Verhalten des Bewerbers.

Der Inhalt des Arbeitszeugnisses 

Nach der Überschrift Zeugnis oder Arbeitszeugnis werden die persönlichen Daten des Arbeitnehmers angegeben. Außerdem ist der Beginn des Arbeitsverhältnisses und die berufliche Tätigkeit aufzunehmen. Obwohl es sich bei den persönlichen Daten um objektive Informationen handelt, können durch den Stil der Formulierung bereits im beschränkten Umfang Noten einfließen.

In der Tätigkeitsbeschreibung müssen die dem Arbeitnehmer übertragenen Aufgaben mit ihren typischen Merkalen so vollstädig und genau angegeben werden, dass sich ein fachkundiger Dritter über den vom Arbeitnehmer wahrgenommenen Aufgabenkreis sachgerecht informieren kann.

In der Leistungsbeurteilung sind die Fähigkeiten und Kenntnisse des Arbeitnehmers, seine Arbeitsweise und sein Arbeitserfolg zu beurteilen. Dabei sind der Grundsatz des verständigen Wohlwollens und der Grundsatz der Wahrheit zu berücksichtigen. In der Praxis ist festzustellen, dass negative Formulierungen häufig nicht vorkommen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass lediglich gute Zeugnisse ausgestellt werden. Im Gegenteil. In der Praxis hat sich ein Formulierungstil mit einer Skala abgestuft positivere Formulierungen entwickelt, wobei nachteilige Aussagen vor allem durch Auslassungen als so genanntes beredtes Schweigen ausgedrückt werden.

Die Verhaltensbeurteilung benotet das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern.  Die Benotung erfolgt ebenfalls durch abgestuft positive Formlierungen mit bewußten Auslassungen als beredtem Schweigen, um auffällig negative Aussagen zu vermeiden.

In der Schlußformulierung finden sich Angaben zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses, oft eine sog. Dankes-Bedauerns-Formel sowie Zukunftswünsche. Üblicherweise sind diese Angaben im letzten Absatz des Arbeitszeugnisses enthalten.  


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